Gończy Polski vom Pauelsgraben

WISSEN · JAGDHUNDEPRÜFUNGEN

Jagdhundprüfungen für den Gończy Polski

Prüfungen sind für mich kein Sammeln von Urkunden. Sie machen Anlagen und Leistungen nachvollziehbar, schaffen Vergleichbarkeit und zeigen, wie sicher ein Hund bestimmte jagdliche Aufgaben beherrscht. Genauso wichtig bleibt aber die Arbeit im Revier – denn eine bestandene Prüfung ersetzt keine jagdliche Praxis.

Beim Gończy Polski sind vor allem Brackenprüfungen, Verbandsstöber- und Schweißprüfungen sowie die landesrechtliche Brauchbarkeit interessant. Welche Prüfung sinnvoll ist, hängt vom Alter, Ausbildungsstand, jagdlichen Einsatz und vom persönlichen Ziel ab.

AP · GP · VStP · VSwP / VFsP · Brauchbarkeit

Caya vom Pauelsgraben während der Ausbildung mit ihrem Hundeführer im Wald
Ausbildung und Prüfung gehören zusammen – die jagdliche Praxis bleibt der Maßstab.

Der typische Prüfungsweg beim Gończy Polski

Der Verein Gonczy Polski Deutschland verweist für Anlagen- und Gebrauchsprüfungen derzeit auf die gemeinsame Prüfungsordnung der Brackenzuchtvereine unter Berücksichtigung der Sonderregelungen des Deutschen Brackenvereins. Für Verbandsprüfungen gelten die jeweiligen Ordnungen des JGHV, für die jagdrechtliche Brauchbarkeit die Regelungen des jeweiligen Bundeslandes.

Anlagen erkennen

AP – Anlagenprüfung
Natürliche Anlagen der jungen Bracke: insbesondere Laute Jagd, Fährtenarbeit und Schussfestigkeit.

Leistung zeigen

GP – Gebrauchsprüfung
Prüfung des eingejagten Hundes mit Lauter Jagd, Schweißarbeit, Revierführigkeit und Arbeitsfreude.

Spezialisieren

VStP · VSwP · VFsP
Stöberarbeit auf Bewegungsjagden oder anspruchsvolle Arbeit auf künstlicher Wundfährte.

BRACKENPRÜFUNG · AP

AP – Anlagenprüfung für Bracken

Die Anlagenprüfung soll zeigen, was der junge Hund an natürlichen jagdlichen Anlagen mitbringt. Der Führereinfluss soll das Bild dabei nicht überdecken. Für die Zucht ist das besonders wertvoll, weil sich nicht nur der einzelne Hund, sondern im Idealfall auch möglichst viele Wurfgeschwister vergleichen lassen.

Was wird betrachtet?

  • Laute Jagd: Wie sicher und ausdauernd arbeitet der Hund eine Hasen- oder Fuchsfährte?
  • Fährtenwille und Fährtensicherheit: Bleibt der Hund an der Spur und versucht er verlorene Fährten selbstständig wiederzufinden?
  • Fährtenlaut: Der Laut ist bei der Bracke ein zentrales Rasse- und Arbeitsmerkmal.
  • Schussfestigkeit: Reaktion des frei arbeitenden Hundes auf Schussabgabe.

Für den Gończy wichtig: Die aktuell veröffentlichte vorläufige Zuchtordnung des VGPD nennt den Laut- und Schussfestigkeitsnachweis über eine AP als Bestandteil der jagdlichen Zuchtanforderungen. Vor einer Nennung sollte trotzdem immer geprüft werden, welche Fassung und welche Sonderregelungen der Veranstalter aktuell anwendet.

BRACKENPRÜFUNG · GP

GP – Gebrauchsprüfung für Bracken

Die Gebrauchsprüfung ist deutlich näher am fertig ausgebildeten Jagdhund. Sie soll herausstellen, welche Bracken sich den Anforderungen des praktischen Jagdbetriebs gewachsen zeigen. Bewertet wird nicht nur Passion, sondern auch Führigkeit und die Fähigkeit, zuverlässig mit dem Hundeführer zusammenzuarbeiten.

PRÜFUNGSBEREICH 01

Laute Jagd

  • Art der Suche und Finden
  • Fährtenwille und Fährtensicherheit
  • Fährtenlaut
  • Kontakt zum Führer

PRÜFUNGSBEREICH 02

Weitere Prüfungsfächer

  • Schweißarbeit
  • Allgemeiner Gehorsam und Leinenführigkeit
  • Standruhe und Schussfestigkeit
  • Verhalten am Stück und Arbeitsfreude

Gut zu wissen: Die genaue Durchführung und Mindestleistung richtet sich nach der aktuell angewendeten Prüfungsordnung und den dazugehörigen Sonderregelungen. Für den Gończy verweist der VGPD derzeit auf die gemeinsame Bracken-Prüfungsordnung mit DBV-Sonderregelungen.

VERBANDSPRÜFUNG · VStP

VStP – Verbandsstöberprüfung

Die VStP passt sehr gut zu dem jagdlichen Einsatz, für den viele Gończy Polski geführt werden: Wild in deckungsreichen Einständen selbstständig finden, in Bewegung bringen und laut verfolgen. Die seit 1. September 2025 geltende JGHV-Ordnung unterscheidet zwischen dem vom Stand geschnallten Hund und dem vom Führer begleiteten Hund.

VARIANTE A

VStP A

Der Hund wird vom Stand geschnallt. Der Führer bleibt grundsätzlich am Stand. Für diese Prüfungsart muss der Hund spur- und/oder fährtenlaut jagen.

VARIANTE B

VStP B

Der Hund wird vom Führer begleitet, muss aber auch ohne Sichtkontakt selbstständig stöbern. Gefordert ist mindestens Sichtlaut beziehungsweise Laut.

Voraussetzungen und Kernpunkte

  • Mindestalter nach aktueller Ordnung: 15 Monate
  • Lautnachweis und Schussfestigkeit müssen vorliegen
  • für jeden Hund mindestens 3 ha geeignetes Stöbergelände
  • Wildberührung und ausreichend weites, selbstständiges Stöbern sind für das Bestehen entscheidend
  • der Hund soll gefundenes Wild ausreichend weit und laut verfolgen und anschließend wieder zum Führer zurückkehren

SCHWEISSARBEIT · VSwP / VFsP

VSwP und VFsP – Arbeit auf der Wundfährte

Verbandsschweißprüfung und Verbandsfährtenschuhprüfung sollen Hund und Führer auf die Anforderungen einer Nachsuche vorbereiten. Gefragt sind Fährtenwille, Fährtensicherheit, ruhiges und konzentriertes Arbeiten sowie eine gute Zusammenarbeit des Gespanns.

AKTUELLER HINWEIS

Neue Ordnung ab 1. Dezember 2026

Die 2026 beschlossene neue VSwPO/VFsPO gilt erst ab 01.12.2026. Bis dahin ist für Prüfungen noch die vorherige Ordnung maßgeblich. Wer eine Prüfung plant, sollte deshalb immer die für den konkreten Termin gültige Fassung beim JGHV prüfen.

Eckpunkte der ab Dezember 2026 geltenden Ordnung

Nach der neuen, ab Dezember 2026 geltenden Ordnung sind unter anderem 20- und 40-Stunden-Fährten vorgesehen. Die Fährten müssen mindestens 1.000 Meter lang sein und sollen die Schwierigkeiten der Nachsuchenpraxis möglichst realistisch abbilden. Für die Zulassung werden außerdem Laut- und Schussfestigkeitsnachweise verlangt.

BRAUCHBARKEIT · SACHSEN-ANHALT

Brauchbarkeitsprüfung in Sachsen-Anhalt

Die Brauchbarkeit ist von Zucht- und Leistungsprüfungen zu unterscheiden. Sie dient dem Nachweis, dass ein Jagdhund die Mindestanforderungen für bestimmte Einsatzbereiche im praktischen Jagdbetrieb erfüllt. In Sachsen-Anhalt besteht die Prüfung grundsätzlich aus der Fachgruppe Gehorsam und mindestens einer weiteren ausgeschriebenen Fachgruppe.

FACHGRUPPE D

Schweißarbeit

Riemenarbeit auf einer künstlichen Übernachtfährte. Die Ordnung sieht 600 Meter mit zwei Haken vor; gearbeitet wird mit Schweißhalsung beziehungsweise Geschirr und mindestens sechs Meter langem Schweißriemen.

FACHGRUPPE F

Stöbern

Der Hund soll selbstständig Wild finden, es aufstoßen und laut verfolgen. Hunde ohne nachgewiesenen Laut können die Stöberprüfung nicht bestehen. Gerade für einen auf Bewegungsjagden eingesetzten Gończy ist dieser Bereich besonders praxisnah.

Gut zu wissen: Der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt veröffentlicht die Brauchbarkeitsprüfungsordnung und den aktuellen Prüfungsplan. Vor der Anmeldung immer prüfen, welche Fachgruppen die jeweilige Prüfung tatsächlich ausschreibt.

ORIENTIERUNG

Welche Prüfung passt zu welchem Ziel?

ZielTypischer Prüfungsweg
Natürliche Anlagen dokumentierenAP
Bracke umfassend im Gebrauch prüfenGP
Stöberarbeit und BewegungsjagdVStP bzw. Brauchbarkeit Stöbern
Nachsuche und WundfährteVSwP / VFsP bzw. Brauchbarkeit Schweiß
jagdrechtlicher Einsatz in Sachsen-AnhaltBrauchbarkeitsprüfung in den passenden Fachgruppen
Zuchtzulassung / jagdliche Leistungszuchtaktuelle Anforderungen der zuständigen Stelle und Zuchtordnung prüfen

Einordnung: VJP und HZP begegnen einem im deutschen Jagdhundewesen sehr häufig, gehören aber in erster Linie zum Prüfungsweg der Vorstehhunde. Für den Gończy Polski sind sie deshalb nicht die erste Orientierung. Auch VGP und VPS können je nach Zulassung und Ziel relevant sein, ersetzen aber nicht den brackenspezifischen Blick auf AP und GP.

Prüfungen an echten Hunden aus meiner Nachzucht

Abkürzungen werden verständlicher, wenn man sieht, wie unterschiedlich die Prüfungswege in der Praxis aussehen. Bei meiner Nachzucht dokumentiere ich deshalb nicht nur das Ergebnis, sondern ordne die Prüfungen direkt beim jeweiligen Hund ein.

Ajax

Gebrauchsprüfung für Bracken mit 175 Punkten, VStP mit 54 Punkten und 20-Stunden-VSwP im I. Preis.

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Ansgar

Anlagenprüfung mit 59 Punkten, 20-Stunden-VSwP im I. Preis und bestandene jagdliche Brauchbarkeit.

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Bartosz

Verbandsschweißprüfung im II. Preis sowie weitere jagdliche Nachweise aus praktischem Einsatz und Lautarbeit.

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Bruno

VStP mit 64 Punkten, Verbandsschweißprüfung im I. Preis und bestandene Brauchbarkeitsprüfung in Sachsen-Anhalt.

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Offizielle Quellen und aktuelle Ordnungen

Stand dieser Übersicht: September 2026. Prüfungsordnungen, Zulassungsvoraussetzungen und Ausschreibungen können sich ändern. Verbindlich ist immer die für den konkreten Prüfungstermin gültige Ordnung des Veranstalters.

Gończy Polski vom Pauelsgraben
Logo des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH)
Logo der Fédération Cynologique Internationale (FCI)

Jagdliche Leistungszucht des Gończy Polski seit 2019 – geprägt von Jagdpraxis, Familienanschluss und dem Anspruch, gesunde und wesensfeste Jagdhunde zu züchten.

Zucht im VDH · international geschützter Zwingername über die FCI


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